Sprache wählen

Warmgewordene Maissilage

– erste Hilfe

Wenn Sie auch zu den Landwirten gehören, deren Silomais mit Trockenschäden einsiliert wurde und nun zur Nachgärung neigt, haben wir für Sie einige Tipps zur Schadensbegrenzung zusammengestellt.


Erhöhen Sie den Vorschub

Die Siloanschnittfläche ist das Eintrittstor für den Luftsauerstoff. Er gelangt leicht in tiefere Silageschichten und versorgt so die Hefen, welche die Milchsäure abbauen: der pH-Wert steigt durch den Säureabbau an, Schimmelsporen keimen aus. Die Silage beginnt zu schimmeln. Dieser Prozess setzt sich verstärkt bei Temperaturen von über 10°C fort. Durch stark erhöhten Vorschub (> 3 m pro Woche) kann diesem Prozess begegnet werden.

Da aber nicht beliebig viel Mais verfüttert werden kann, ist beispielsweise das gemeinsame Verfüttern der Silage zusammen mit einem benachbarten Landwirt eine Alternative. Nach dem Verfüttern des Silos von Hof A wird anschließend das Silo von Hof B gemeinsam entnommen.

Während leicht erwärmtes Futter noch verfüttert werden kann, darf verschimmelte Silage keinesfalls in die Futterration gelangen. Zwar gibt die Schimmelfarbe Hinweise auf die Art des Schimmels, auf das Vorhandensein der gefährlichen Mykotoxine kann daraus jedoch nicht geschlossen werden.


Behandeln Sie die Anschnittfläche

Die Siloanschnittfläche kann mit Propionsäure oder einem nicht-korrosiven Produkt abgespritzt werden, z.B. mit unserem MAIS KOFASIL LIQUID oder mit KOFA GRAIN -pH 5-. Mit reiner Säure sollte nur im Notfall gearbeitet werden, denn die gesundheitlichen Risiken sind hinreichend bekannt. Mit unseren oben genannten Produkten erreichen Sie den gleichen Effekt auf ungefährliche Weise.

Die Wirksamkeit der Anschnittflächenbehandlung sollte aber nicht überschätzt werden. Die Eindringtiefe der Mittel beträgt günstigstenfalls ca. 3 cm.

Aus gleichem Grund darf an die Behandlung von Siloblöcken ebenfalls keine übertriebene Erwartung gestellt werden; allein die rasche Verfütterung der gefährdeten Silagen grenzt den Schaden ein.


Vorsicht bei TMR-Mischungen

Extreme Vorsicht ist geboten, wenn mit dem warmgewordenen Silomais z.B. TMR-Mischungen gefahren werden sollen. Die Vermischung der im Silomais reichlich enthaltenen Hefen und Schimmelpilzsporen mit dem Luftsauerstoff führt zu deren schnellen Vermehrung. In der Folge wird nicht nur der Mais schlecht, auch alle anderen Rationskomponenten werden gleichsam mit der Nachwärmung "beimpft" und verderben.

Verfüttern Sie ihre Mischungen möglichst zügig und setzen Sie der Mischung immer KOFA TMR -Konzentrat zu, um sie zu stabilisieren. So halten Sie Energieverluste und mikrobielle Belastungen für die Kühe in erträglichen Grenzen.


Umsilierung nur im Notfall

Die radikalste Form der Futtersicherung ist die Umsilierung. Hier wird das gesamte Silo auseinander gezogen, das schlechte Futter wird verworfen und der übrige Mais wird wieder zusammengefahren, verdichtet und neu abgedeckt.

Sofern diese Arbeiten sorgfältig und zügig durchgeführt werden, kann diese Maßnahme im Extremfall für Schadensbegrenzung sorgen. Die Risiken liegen wiederum im Zutritt des Luftsauerstoffs, der die oben genannten Effekte vorantreibt. Da die Silagen bereits durchsiliert sind, kann ein Zusatz von KOFA GRAIN -pH 5- in Höhe von ca. 6 Litern pro Tonne weitere mikrobielle Umbauprozesse unterbinden. Aufwand und Ertrag dieser Maßnahme sind im Einzelfall sorgfältig abzuwägen.


Die Folgerungen

Zwar kann man an Witterungsbedingungen, die die Nacherwärmungprozesse begünstigen, nichts ändern. Sie können aber gezielt vorbeugen. Lesen Sie dazu auch unsere

Siliertipps zum Silomais. Um die Gefahr der Nachgärung weiter zu reduzieren, ist der gezielte Einsatz von geeigneten Siliermitteln anzuraten. Geschädigte Bestände mit bereits gelber und abgestorbener Blattmasse sind besonders sorgfältig zu behandeln. Besonderer Augenmerk ist auf eine möglichst kurze Häcksellänge und ausreichendes Festfahren zu legen. Nur so kann die Luft weitgehend aus dem Silo herausgedrückt werden. Die Behandlung einer solchen Silage mit MAIS KOFASIL LIQUID ist unbedingt notwendig, um die bereits im frischen Häckselgut reichlich vorhandenen Hefen und Schimmelpilze sowie deren Sporen abzutöten. Bei solch vorgeschädigtem Mais reicht auch der Schutz mit einem Bakterienpräparat i.d.R. nicht mehr aus, denn die Lebensbedingungen für die Bakterien sind bei TS-Gehalten von weit über 40% nicht mehr optimal. Erntereife Bestände mit grüner Blattmasse hingegen können sehr wohl mit KOFASIL LIFE "M" vorbeugend geschützt werden. Die von den speziell selektierten Milchsäurebakterien gebildete Essigsäure verhindert hier sicher das spätere Warmwerden.