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Sonnenblumen

Angaben zur Silierbarkeit von Sonnenblumen

Sonnenblumen

Sonnenblumen sind eine sehr wasserreiche, nicht welkfähige und schon allein deshalb schwer silierbare Futterpflanze. Der TS-Gehalt beträgt während der Blüte nur etwa 12 bis 16 % und steigt im Verlaufe der Samenausbildung auf kaum mehr als 20 % in der Ganzpflanze an.

Nach Angaben aus den USA (Panciera et al., 2003) ist selbst bei Ganzpflanzen von Ölsonnenblumen mit weitgehend ausgebildeten Körnern ein TS-Gehalt von nur rund 23 % zu erwarten. Mit der Entstehung von großen Mengen an Silosickersaft ist folglich stets zu rechnen. Um den Wassergehalt zu reduzieren, wird von einem amerikanischen Autor (Hoppe, 1997) empfohlen, die Ernte erst nach dem Abfrieren der Feldbestandes vorzunehmen.

Sonnenblumen-Ganzpflanzen bestehen im o. g. Reifezustand überwiegend aus den im Inneren sehr wasserreichen Stängeln und den weichen Fruchtständen mit den ölhaltigen Samen. Der Blattanteil ist unbedeutend. Nach dem Häckseln und Verdichten entsteht daraus eine weiche Masse, die praktisch nicht  mehr befahrbar ist. Die Silierung reiner Sonnenblumen in Fahrsilos mit angemessener Stapelhöhe ist deshalb nicht möglich. Da auch die Herstellung von Mischsilage mit Silomais durch nachträgliches Zusammenführen und Vermischen beider Komponenten kaum gelingt, wird in den USA generell ein Mischanbau mit Mais empfohlen.

Sonnenblumen enthalten relativ wenig Zucker und haben eine sehr hohe Pufferkapazität. Die Pufferkapazität entspricht etwa der von Luzerne und beruht auf dem hohen Gehalt an basisch wirkenden Aschebestandteilen. Der sich im Mittel ergebende Z/PK-Quotient beträgt etwa 1,5 (Weißbach, 1964). Daraus errechnet sich - bei Unterstellung von 23 % TS - ein Vergärbarkeitskoeffizient (VK) nach der Gleichung

                                  VK = TS[%] + 8 Z/PK

von im Mittel nur 35, weshalb die Sonnenblumen als bestenfalls mittelschwer, meist jedoch eher als schwer vergärbar einzustufen sind.

Weiter errechnet sich aus dem Z/PK-Quotienten von Sonnenblumen-Ganzpflanzen nach der Gleichung (Weißbach et al. 1974)

                                  TSmin [%] = 45 ? 8 Z/PK

ein Mindest-TS-Gehalt (TSmin) für buttersäurefreie Silage von 33 %. Um mit einiger Sicherheit eine gute  Silage erwarten zu können, fehlen dem Siliergut also (33 - 23 %) rund 10 % TS. Diese Differenz erfordert die Anwendung eines hochwirksames Siliermittel (Wirkungsrichtung und Anwendungsbereich = 1 a).

 

Soweit jetzt noch Feldbestände von Sonnenblumen-Ganzpflanzen zu silieren sind, kann folgendes Vorgehen empfohlen werden:

Soweit noch nicht eingetreten, den ersten Frost and anschließend einige Tage zum Anstieg des TS-Gehaltes im stehenden Bestand abwarten.

Beim Häckseln 2 - 3 Liter KOFASIL LIQUID je t zusetzten, um Fehlgärungen zu vermeiden.

Silierung im Folienschlauch, um Probleme der Befahrbarkeit zu umgehen.

22. 10. 2007                                                              
Prof. Dr. Weißbach