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Melasse - prima im Futtertrog, aber auch ein zweckmäßiger Silierzusatz?

Im Zusammenhang mit ungünstigen Silierbedingungen wird immer wieder die Kombination Milchsäurebakterien und Melasse als Silierzusatz empfohlen. Damit soll schwer vergärbares Siliergut wie zuckerarmes oder verschmutztes Gras sicher einsiliert werden können. Gelegentlich wird sogar behauptet, dass die Melasse nahezu verlustfrei umgesetzt würde. Wäre das so, hätte man ein biologisches Perpetuum mobile entdeckt und die Verleihung des Nobelpreises wäre nur gerecht.

Soweit zur Theorie. Praktiker sind vom Riesenaufwand der Applikation in Verbindung mit eher ernüchternden Ergebnissen enttäuscht. Denn zum einen lässt die Wirkungssicherheit zu wünschen übrig, zum anderen wird die Melasse energetisch natürlich nicht verlustfrei zu Milchsäure umgebaut.

Scharf kalkulierende Großbetriebe in den Neuen Bundesländern, die jährlich tausende Tonnen Grundfutter sicher silieren müssen, nehmen daher von diesem Verfahren zunehmend Abstand. Diese Betriebe können sich keine Futterausfälle leisten.

Wissenschaftler können die versprochenen Effekte denn auch nicht bestätigen (siehe Artikel: Ist die Verwendung von Melasse als Silierzusatz wirklich sinnvoll? von Prof. Dr. agr. habil F. Weißbach)

 

Wir raten von der Verwendung von Melasse als Silierzusatz ab...

  • Melasse füttert mit dem enthaltenen Zucker auch die Gärschädlinge, die Fehlgärungen (Buttersäuregärung) hervorrufen
  • Melasse beimpft die Silage mit Hefen (Achtung! Nachgärungsgefahr)
  • Der in der Melasse enthaltene Zucker wird nicht ausschließlich in Milchsäure umgewandelt. Die weit verbreitete Meinung, man könne mit Melassezusatz die Energie einer Silage erhöhen, ist falsch! Versuchsergebnisse können dies nicht bestätigen. Es finden sich in mit Melasse behandelten Silagen maximal 0,1 MJ NEL mehr Energie pro Kilogramm TM als in den unbehandelten Vergleichssilagen. Wenn Sie ein gutes chemisches Siliermittel einsetzen und sich den Melasseeinsatz sparen, erzielen sie 0,2 - 0,3 MJ Energie mehr gegenüber einer unbehandelten Vergleichssilage.
  • Melasse ist teuer! Bei praxisüblichen Mengen von 30 - 50 Liter pro Tonne Grünmasse sind das zwischen 2,- und 4,- EUR / t. Und diese Mengen müssen erst einmal zum Feld bewegt werden. Bis zu 50 Liter Melasse Aufwandmenge pro Tonne erfordern eine leistungsfähige Logistik.
  • Zur Dosiertechnik benötigen Sie getrennte Bakterien- und Melassedosierer; gerade letzter ist extrem teuer und erfordert einen separat gezogenen Tankwagen.
  • Häcksler, Kipper und Walzschlepper werden extrem verschmutzt.
  • Melasse als Silierzusatz ist zu teuer, zu aufwendig in der Handhabung und zu unsicher in der Wirkung.


...und empfehlen folgende Alternativen:

  • Melasse in der Mischration oder im Trog (über das Futter gegossen) bringt die enthaltenen Energie verlustlos ins Futter!
  • Schwer vergärbares Siliergut sollte gleich mit einem zuverlässig wirksamen Siliermittel der Wirkungsrichtung 1a einsiliert werden. Dazu empfehlen wir den Einsatz von KOFASIL PLUS GRANULAT bzw. KOFASIL LIQUID. Damit steuern Sie den Gärverlauf und vermeiden Fehlgärungen und verringern Energieverluste. Ein gutes Dosiergerät genügt! Selbstverständlich sind diese Produkte weder aggressiv noch korrosiv und erst recht kein Gefahrgut!

Lassen Sie sich nicht verunsichern und gehen Sie keine Experimente ein. Setzen Sie auf wissenschaftlich fundierte Konzepte, welche die Grundlage für unsere in der Praxis bewährten ADDCON-Siliermittel bilden. Welches Produkt für Sie das richtige ist, können Sie mit Hilfe der Produktübersicht sehr schnell bestimmen.