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Maissilage

Wie erhalte ich eine schimmelfreie Maissilage?

Maisfeld

Stabile Maissilagen mit hohen Energiegehalten bilden die Futtergrundlage vieler Betriebe.

Obwohl viele Faktoren, wie z.B. das wechselhafte Wetter, nicht beeinflusst werden können, kann durch standortangepasste Sortenwahl, akkurate Bestandsführung und sorgfältiges Einsilieren auch unter ungünstigen Bedingungen das Futter gesichert werden. Das gefürchtete Warmwerden von Silomais kann unter Beachtung dieser Hinweise verhindert werden.

Da die jeweiligen Betriebsanforderungen und -bedingungen unterschiedlich sind, können die u.g. Punkte nur Leitlinien sein. Spezielle Empfehlungen erhalten Sie von unseren Mitarbeitern.


Die Wahl der richtigen Maissorte

Maiskolben

Genau wie beim Gras ist die Wahl der zum Standort passenden Silomaissorte wichtig. Vom Silomais wird ein hoher Ertrag, hohe Stärkegehalte und gute Verdaulichkeit sowohl der Maisstärke als auch der Restpflanze erwartet.

Je nach Boden- und Klimaverhältnissen sind unterschiedliche Sorten zu empfehlen. Regionale Anbauempfehlungen werden von den Landwirtschaftskammern erarbeitet, die regelmäßig Versuche durchführen und die Empfehlungen den Landwirten zugänglich machen.


Der richtige Erntetermin

Maisernte

Der wesentliche Energielieferant des Silomais ist der Kolben. Eine zu frühe oder späte Ernte hat unterschiedliche Stärkeerträge zur Folge, außerdem verändert sich die Verdaulichkeit.

Der optimale TS-Gehalt der Gesamtpflanze liegt zwischen 28 und 35%. Die Energiekonzentration sollte deutlich über 6 MJ NEL / kg TM liegen. Bei konventionellen Silomaissorten ist die Siloreife dann erreicht, wenn die Körner eine teigige bis feste Konsistenz haben.

Beim "Daumennageltest" können die Körner aus der Mitte des Kolbens an der Kornbasis mit dem Daumennagel noch eingedrückt werden. 

Um das Erntefenster zu verlängern sind "Stay-Green"-Sorten gezüchtet worden. Während bei konventionellen Sorten Korn und Restpflanze gleichzeitig ("synchron") abreifen, bleiben bei Stay-Green-Sorten die Restpflanzen nach der Kornabreife noch relativ lange grün und assimilieren weiterhin. Generell wird empfohlen, diese Sorten dann zu ernten, wenn die Nährstoffeinlagerung in das Korn abgeschlossen ist. An der Kornbasis ist dieser Vorgang am schwarzen Punkt (black layer) zu erkennen.


Die Schnitthöhe beim Silomais

Maisstoppel

Auch beim Silomais ist ein tiefer Schnitt vielerorts immer noch gerne gesehen. Zwar erhöht sich die eingefahrene Masse, die Energie pro Mengeneinheit sinkt jedoch. Im Stengel sitzen kaum Nährstoffe, aber dafür reichlich Pilze, Hefen und auch Schmutz. Kommt eine eher trockene Witterung hinzu, gibt das die allerbesten Voraussetzungen für spätere Nachgärungsprozesse im Silo. Daher sollte besser höher als 20 cm gehäckselt werden. Zwar sinkt der Massenertrag, aber die Qualität der Silage steigt. Bei 10 cm höherer Schnitthöhe ist mit ca. 0,1 MJ NEL / kg TM höherer Energiedichte zu rechnen, die sich in besserer Milch- bzw. Mastleistung unmittelbar niederschlägt. 

Profis praktizieren den Hochschnitt, der direkt unter dem Kolben ansetzt. Die empfohlene Schnitthöhe liegt je nach Sorte dann bei 30-50 cm. 


Die korrekte Einstellung des Feldhäckslers

Häcksler

Die Häcksellänge beim Silomais sollte 4-8 mm betragen. Das Arbeitsergebnis ist regelmäßig zu kontrollieren, die Schneidmesser sind regelmäßig nachzuschleifen. Bei zu langem Häckselgut besteht sonst die Gefahr, dass es beim Festfahren nachfedert und gerade unter trockenen Erntebedingungen das Silo nicht fest wird. Spätere Nachgärungsprozesse werden auf diese Weise ausgesprochen begünstigt. Je trockener der Mais ist, desto kürzer sollte gehäckselt werden. 

Die Cracker müssen die Körner sicher erfassen und aufschlagen, um den Inhalt für die Gärung verfügbar zu machen. Zu kurze Häcksellängen und nicht eingeschaltete oder schlecht eingestellte Cracker hingegen resultieren in schlechterer Verdauung der Silage aufgrund kürzerer Verweildauer des Futters im Pansen.


Die Siloform

Perfekte Silage in einem Maissilo

Das Silo sollte so angelegt sein, dass in den Wintermonaten ein Vorschub von ca. 1,5 Metern in der Woche (für die Sommermonate bis zu 3 Meter Vorschub pro Woche!) gewährleistet ist. Daher sollte ein Silo im Zweifelsfall lieber länger als breiter angelegt werden. Oder aber es werden zwei Silos befüllt.

Die Siloanschnittfläche sollte entgegen der vorherrschenden Windrichtung liegen. So wird ein Aufpumpen der Folie im Wind verhindert, wodurch es zu hohem Lufteintrag in das Silo kommen kann was wiederum die Nachgärung begünstigt.


Die Silobefüllung / Das Verdichten

Mais Walzarbeit

Um die Milchsäuregärung so schnell wie möglich einzuleiten, muss das Silo möglichst rasch befüllt werden. Wichtig sind eine gleichmäßige Silobefüllung und eine hohe Verdichtung des Siliergutes, um den Luftsauerstoff aus dem Silo zu drücken. Nicht der Feldhäcksler sondern der festfahrende Schlepper sollte die Befüllgeschwindigkeit des Silos vorgeben. Ist der Walzschlepper relativ leicht, sollte er schmal bereift sein und langsam fahren, um den Druck pro Flächeneinheit zu erhöhen und die Dauer des Drucks zu verlängern. 

Die Verwendung von Doppelbereifung (wie auf dem Foto gezeigt), sollte vermieden werden, da sie zwar die Kippgefahr des Schleppers mindert, gleichzeitig aber auch den Anpressdruck deutlich reduziert. Auf jeden Fall sollte die Dimension des Walzschleppers der Silierkette angepaßt sein, um ein zügiges und reibungsloses Arbeiten zu gewährleisten und Engpässe zu vermeiden. Ein Silieren über mehrere Tage hinweg ist genauso wenig anzuraten wie zu lange Pausen während der Silobefüllung.

Während des Häckselns kommen unsere Siliermittel nach Maßgabe unserer Empfehlungen zum Einsatz. Die Dosiertechnik ist vor dem Einsatz auf korrekte Einstellung zu prüfen, um Fehldosierungen auszuschließen.


Die Siloabdeckung

Silo abdecken

Das Silo muß luftdicht geschlossen werden. Dazu wird das Silo mit einer geeigneten Folie abgedeckt, die z.B. mit Reifen, Sandsäcken oder Erdreich ganzflächig zu belasten ist. Beschädigungen der Folie sind zu vermeiden, um Luftzutritt zu verhindern. Bei der Wahl der Silofolie sollte auf UV-Stabilität geachtet werden. Bei Fahrsilos sollte eine Randfolie zwischen Silowand und Silo eingezogen werden, ebenso hat sich eine Unterziehfolie bewährt. Die Folien sind so anzulegen, dass Niederschlagswasser aus dem Silo abgeleitet wird. Eine Gitternetzfolie als Abdeckung zum Schutz der Folien gegen Beschädigungen rundet die perfekte Abdeckung des Silos ab. 

Nach Schließung des Silos muss beim Mais mindestens ein, besser zwei Monate gewartet werden, bis es geöffnet werden kann. So lange dauert die Hauptgärphase. Wird KOFASIL LIFE "M" als Siliermittel eingesetzt, sind 6 Wochen abzuwarten, bis die Bakterien die zur Stabilisierung der Silage notwendige Menge an Essigsäure gebildet haben.

Sofern vorher Futter benötigt wird, ist ein zweites, kleineres Silo anzulegen. Der Anbruch von Silos, die sich noch im Gärvorgang befinden, ist in jedem Fall zu vermeiden.


Das Nachgärungsproblem nach Siloöffnung

Maissilage

Wird das Silo nach angemessener Gärphase geöffnet, hat eine gute Silage eine ausreichende Stabilität, um auch ein paar warme Sommertage ohne nennenswerte Erwärmung zu überstehen. Bei rasch heruntergesäuerten Silagen, denen kein oder nur ein einfaches biologisches Siliermittel zugesetzt worden war, kann ein Mangel an stabilisierender Essigsäure auftreten. Diese Silos sind zwar gut vergoren, werden aber nach Luftzutritt ins Silo rasch warm. 

Insbesondere bei verbliebenen Luftpolstern im gesamten Silo (mangelhafte Verteil- und Walzarbeit!) gerät Luft in das Silo; die gefährlichen Hefen vermehren sich. Sie veratmen die Milchsäure im Silo, der pH-Wert im Silo steigt an und Schimmelsporen keimen aus. Der Verderb setzt ein. Kommt ein geringer Vortrieb und anhaltend hohe Temperaturen hinzu, können größerer Verluste nicht vermieden werden.

Abraum und mangelhafte Futterqualität sind die Folgen. Solche hochbelasteten Silopartien sind gefährliche Mischungspartner in TMR-Mischungen, da sie umgehend den Rest der Futtermischung mit Hefen und Schimmel kontaminieren.

Besondere Vorsicht ist bei warmer und anhaltend trockener Witterung geboten, (siehe Bild aus Maisbestand Juli 2003 nahe Ziesar). Absterbende Blattmasse ist der ideale Nährboden für viele Pilze, die mit in das Silo gelangen. Häckselgut aus solchen Beständen ist kurz zu häckseln, gut festzufahren und grundsätzlich mit MAIS KOFASIL LIQUID einzusilieren. Jeder Silierfehler, der jetzt gemacht wird, rächt sich später doppelt.

Als Erste-Hilfe-Maßnahme gegen warm werdende Siloanschnittflächen werden letztere häufig mit Propionsäure angesprüht z.B. mit Hilfe einer Rückenspritze. Dieses Verfahren hat schon zu vielen Unfällen geführt und bringt im Ergebnis eher wenig. Man verhindert lediglich an den Stellen, wo die Propionsäure hingelangt, das Auskeimen der Pilzsporen. Die Eindringtiefe der Säure beträgt nur maximal 1-3 cm und ist kaum mehr als Kosmetik. Wenn es denn sein muss, sollte wenigstens ein weniger aggressives Mittel als reine Säure eingesetzt werden. Dazu empfiehlt sich der Einsatz von KOFA GRAIN -pH 5-