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Luzerne

– silieren ohne Bröckelverluste

Luzerne

Keine andere Futterpflanze liefert so viel Eiweiß und Rohfasern, die die Struktur der Ration verbessern. Der Eiweißgehalt steigert die Milchleistung und den Eiweißgehalt der Milch. Die Rohfasern regen die Verdauung und die Wiederkautätigkeit an, verhindern Pansenübersäuerung und verbessern die Kotkonsistenz.

Die zahlreichen Vitamine und Mineralstoffe der Luzerne üben einen positiven Einfluß auf den Stoffwechsel und die Gesundheit aus. Das in großen Mengen enthaltene Beta-Carotin wirkt sich positiv auf die Fruchtbarkeit der Tiere aus.

Der Energiegehalt liegt relativ niedrig, selten über 5,3 MJ NEL.

Untersuchungen zeigen, dass die Tiere von einer qualitativ guten Luzerne (egal ob frisch, als Heu, Silage oder Pellets) bis zu 30 % mehr aufnehmen als es bei vergleichbarem Gras der Fall ist. Der hohe Verzehr beruht auf einem schnellen Pansendurchlauf und der Schmackhaftigkeit der Luzerne.

Von vielen Landwirten wird besonders geschätzt, dass die Luzerne selbst während Trockenperioden noch viel Futter produziert. Die TM-Erträge können 160 dt/ha übersteigen (vier bis fünf Schnitte sind möglich). Über die Pfahlwurzel kann die Pflanze Wasser aus großen Tiefen (über 4 m) heraufholen und hilft die Bodenstruktur zu verbessern.

Dank den Knöllchenbakterien an der Wurzel kann sie große Mengen Luftstickstoff binden (in Reinbeständen bis 250 kg N/ha und Jahr). Dadurch kann bei Folgekulturen oft auf eine N-Düngung ganz verzichtet werden. Der Rohproteinertrag ist mit 2.500 kg/ha mehr als doppelt so hoch wie bei Sojabohnen oder anderen Körnerleguminosen. 


Ansprüche der Luzerne

Luzerne hasst "kalte und nasse Füße" und eignet sich daher vor allem für warme, eher trockenere Gebiete mit bis zu 1.000 mm Niederschlag. Sie gedeiht unter optimalen Bedingungen bis in eine Höhe von 1.000 m.

Die Winterfestigkeit ist gut, solange sie mind. 15 Zentimeter hoch in den Winter geht. Wichtig ist ein durchlässiger, nicht zu schwerer Boden mit guter Kalkversorgung (ab pH 6,5), der sich im Frühjahr schnell erwärmt.

Luzerne will ein feinkrümeliges, gut abgesetztes Saatbett, vergleichbar mit dem für Zuckerrüben, ohne Verdichtungen und möglichst unkrautfrei. 


Silagebereitung

Ein heikles Thema und das Hauptproblem der Luzerne, da Stengel und Blattmasse unterschiedlich schnell abtrocknen. Dadurch besteht die Gefahr enorm hoher Bröckelverluste. Wegen Ihres niedrigen Zucker- und hohen Proteingehaltes ist die Luzerne als schwer silierbar einzustufen. Hier können nur Siliermittel der Gruppe 1a, wie unser KOFASIL PLUS GRANULAT oder KOFASIL LIQUID zu sicheren Silierergebnissen führen. Der Einsatz biologischer Siliermittel hat sich in vielen Versuchen nicht bewährt.

Generell sollte nur bei trockenen Bedingungen gemäht werden. Die Stoppelhöhe muß mindestens 7 cm (besser höher: bis 10 cm) betragen, um Schmutzeintrag (Gefahr der Buttersäurebildung durch coliforme Keime und Clostridien!) zu verhindern. Luzerne in breiter Mahd liegen lassen und möglichst nicht wenden (zu große Bröckelverluste!). Das Schwaden sollte bei leichtem Tau durchgeführt werden (reduziert Bröckelverluste). TM-Gehalte können bei Einsatz von 3 kg KOFASIL PLUS GRANULAT bzw. 3 ltr.KOFASIL LIQUID je Tonne Frischmasse sehr niedrig deutlich unter 30 % gehalten werden. Wird kein Siliermittel eingesetzt sind erst 40 bis 50 % TM optimal, was besonders für die Verdichtung des Futterstockes sehr negativ zu werten ist.

Zu beachten ist, dass die Luzerne bei der Silagebereitung einen sehr hohen Reinproteinverlust erleiden kann, der umso höher ausfällt, je niedriger der TM-Gehalt liegt. Schon während der Feldliegezeit wurden Verluste von 15 - 20 % gemessen. Bei 20 % TM beträgt der Reinproteinverlust 45 %, bei 40 % TM 30 %, bei 50 % TM immer noch 25 %. Diese Tatsache allein schreibt den Einsatz von KOFASIL PLUS GRANULAT bzw. KOFASIL LIQUID in der oben beschriebenen Dosis unserer Meinung nach vor. 


Einsatz der Luzerne in der Fütterung

Luzerne kann anstelle einer Grassilage und gerne auch in Kombination mit einer Grassilage gefüttert werden. Kombinationen von Gras + Luzerne in der Ansaat sind Reinsaaten immer unterlegen.

Mit dem hohen Gehalt an strukturwirksamen, schnellverdaulichen Fasern bringt die Luzerne gute Voraussetzungen für einen maximalen Verzehr, eine starke Wiederkautätigkeit und eine ausgeprägte Pansenstimulation.

Luzerne ist ein ideales Futter für Hochleistungskühe. Sie ist der Grassilage nicht unbedingt überlegen, muß aber - besonders auf sommertrockenen Standorten - als echte Alternative gewertet werden.

Faustzahlen für die Mindestanforderung einer Luzernesilage sind:

    35 - 45 % Trockenmasse
    18 % Rohprotein
    24 - 28 % Rohfaser
    5,6 - 5,8 MJ NEL