Sprache wählen

Gras

Wie erhalte ich eine energiereiche Grassilage?

Grünland

Die Grundvoraussetzung für eine gelungene Silage ist sorgfältiges Arbeiten. Der alleinige Einsatz von Siliermitteln kann Unzulänglichkeiten wie ungenügendes Festfahren nicht korrigieren.

Im Folgenden finden Sie einige wesentliche Punkte, die den Siliererfolg beeinflussen und besonderer Beachtung verdienen. Da die jeweiligen Betriebsanforderungen und -bedingungen unterschiedlich sind, können die u.g. Punkte nur Leitlinien sein.

 

Spezielle Empfehlungen erhalten Sie von unseren Mitarbeitern. Zur näheren Information rufen Sie bitte unsere Hotline an: 0180-1233266 (Ortstarif).


Der Grünlandbestand

Das Grünland sollte regelmäßig kontrolliert und qualitativ und quantitativ beurteilt werden. Die Zusammensetzung der Gräser, Kräuter und Leguminosen mit ihren Leitpflanzen ist zu bestimmen. Dazu gibt es Hilfsmittel, die z.B. von den Kammern angeboten werden. Liegt der Grasanteil bei ca. 50-66%, spricht man von einem ausgewogenen Bestand. In der Regel finden sich ca. 20-30 verschiedene Pflanzenarten im Grünland.

Von Interesse sind die Ertragsanteile der jeweiligen Arten. Hochwertige Arten mit hohem Futterwert wie Deutsches Weidelgras sollten einen hohen Anteil am Grünlandertrag haben, minderwertige entsprechend wenig. Mit einiger Übung kann der Landwirt die Schätzung selber vornehmen.

Meistens werden die Bestandskontrollen zum ersten Aufwuchs vorgenommen, weil im Frühjahr die Pflanzenmerkmale gut unterscheidbar und Veränderungen zu den Vorjahren sichtbar sind.

Schädigungen der Grasnarbe durch Trockenheit, Überweidung oder Auswinterung müssen ernst genommen werden, denn die Bestandszusammensetzung kann sich durch solche Kalamitäten schnell verändern. So werden Bestandslücken schnell durch minderwertige Pflanzen besiedelt, z.B. durch den kriechenden Hahnenfuß, der eine hohe Vitalität und ein starkes Durchsetzungsvermögen besitzt.

Konsequente Pflege erhält die Leistungsfähigkeit des Grünlands. Abschleppen der Wiesen im Frühjahr zum Einebnen von Maulwurfshaufen, Anwalzen bei aufgefrorener Grasnarbe usw. sorgen für stabile Bestände. Grundwasserreiche Standorte müssen über funktionsfähige Entwässerungsgräben schnell abtrocknen können. Eine bedarfsgerechte Düngung ist vorzunehmen.


Neuansaaten und Nachsaaten

Grassaat in einer Hand

Ist der Grünlandbestand geschädigt, stark verunkrautet oder falsch zusammengesetzt, sollte über Nach- oder sogar Neuansaat nachgedacht werden. 

Häufig kann durch eine gezielte Nachsaat der Pflanzenbestand wieder korrigiert werden. Hier wird bei Vegetationsbeginn im Frühjahr in die bestehende Grasnarbe mit speziellen Scheibendrillmaschinen eingesät. Gerade bei intensiver Wirtschaftsweise kann eine jährliche bzw. zweijährliche regelmäßige Nachsaat nötig sein, um einen ausgewogenen Bestand zu stabilisieren. 

Bei "entarteten" Beständen mit minderwertigen Arten und evtl. sogar Giftpflanzenbesatz ist eine Neuansaat vorzunehmen. Hier bietet sich die Gelegenheit, den Pflanzenbesatz gezielt den örtlichen Gegebenheiten anzupassen. Landwirtschaftskammern und Privatunternehmen führen regelmäßige Versuche durch und stellen Grünlandmischungen zusammen, die aus geprüften und empfohlen Gräserarten und -sorten bestehen.


Der optimale Schnittzeitpunkt

Bauer beim Messen der Grashöhe

Für einen hohen Energiegehalt der Silage ist der optimale Schnittzeitpunkt zu realisieren. Er ist dann erreicht, wenn sich die bestandsbildenden Gräser im Stadium des Ährenschiebens befinden. Rohfasergehalte von 220-250g / kg TS sind die Gewähr für zucker- und energiereiches Futter. Auch wenn ein späterer Schnitt höhere Erträge verspricht, höhere Energiegehalte erzielt rechtzeitig geerntetes Futter.


Mahd / Gras

Haeckselkette

Das Gras nicht zu tief schneiden (>7-8 cm). Nur so vermeidet man den Eintrag von Stengeln, Schmutz und abgestorbenen Pflanzenteilen, die nicht nur keinen Nährwert aufweisen sondern auch mit Gärschädlingen kontaminiert sind. Zudem regeneriert sich eine "rasierte" Grasnarbe nur langsam; der nächste Aufwuchs verzögert sich entsprechend. Ein zu tiefer Schnitt begünstigt den Eintrag von Clostridien, die die unerwünschte Buttersäure bilden. Noch gefährlicher sind Botulismus-Erreger, die ebenfalls in das Silo gelangen können.

Besondere Aufmerksamkeit ist bei starken Geländeunebenheiten nötig, wo Mähwerke Gefahr laufen, mit ihren Klingen in das Erdreich zu geraten und Erde sowie abgestorbene Pflanzenreste aufzuwirbeln.


Das Anwelken

Beim Gras ist ein Anwelkgrad von 30-40% optimal. Weil eine lange Feldliegezeit zu Nährstoffabbau und Bröckelverlusten führt, sollte so schnell wie möglich siliert werden.

Ist ein Anwelken wegen ungünstiger Witterungsverhältnisse nicht möglich, sollte ohne Verzögerung mit KOFASIL LIQUID oder KOFASIL PLUS GRANULAT siliert werden. So kann einer Fehlgärung (Buttersäure) wirksam vorgebeugt werden. Auch ein übermäßiges Anwelken ist nicht sinnvoll. Ist das Gras zu trocken, besteht die Gefahr der Nachgärung. Hier bauen Hefen die im Silo gebildete Milchsäure ab; das Silo erwärmt sich; der pH-Wert steigt; in der Folge keimen Pilzsporen aus; das Silo verschimmelt. Insbesondere bei warmem und windigem Wetter ist Vorsicht geboten.


Die Häcksellänge

Gras schneiden

Eine kurze Häcksellänge ermöglicht den Milchsäurebakterien den Zugang zum Pflanzenzucker und erleichtert das Festfahren des Silos. Die Luft im Silo kann leichter herausgepresst werden; der Bildung von Schimmelnestern wird vorgebeugt. Das Gras sollte eine Schnittlänge von 6 - 8 cm haben, unter relativ trockenen Bedingungen sind 4 cm besser, um ein ausreichendes Verdichten zu gewährleisten.


Das Einbringen von Siliermitteln

Die Applikation von Siliermitteln kann sicher nur mit geeigneter Dosiertechnik direkt am Ladewagen bzw. Feldhäcksler vorgenommen werden. Zur Aufwandmenge siehe Angaben bei den jeweiligen Produkten.


Wenden und Schwaden

Wenden und Schwaden des Grases am Feld

Grundsätzlich sollte das geschnittene Gras so wenig wie möglich bewegt werden, um Bröckelverluste zu vermeiden. Die Zinken der Wender / Schwader sind gewissenhaft so einzustellen, dass sie nicht unnötig über die Grassnarbe kratzen und Erdreich bzw. abgestorbenes Pflanzenmaterial hochwirbeln, welches später mit in das Silo eingefahren wird. Das Schwaden sollte unmittelbar vor dem Häckseln / Einsilieren erfolgen.


Die Siloform

Gras-Fahrsilo

Das Silo sollte so angelegt sein, dass in den Wintermonaten ein ausreichender Vorschub von ca. 1,5 Metern in der Woche gewährleistet ist (für die Sommermonate sind Vorschübe bis zu 3 Metern je Woche erforderlich). Daher sollte ein Silo im Zweifelsfall lieber länger als breiter angelegt werden. Oder aber es werden zwei Silos befüllt. 

Die Siloanschnittfläche sollte entgegen der vorherrschenden Windrichtung liegen. So wird ein Aufpumpen der Folie im Wind verhindert, wodurch es zu hohem Lufteintrag in das Silo kommen kann was wiederum die Nachgärung begünstigt (siehe oben).


Die Silobefüllung / Das Verdichten

Traktor beim Silieren

Um die Milchsäuregärung so schnell wie möglich einzuleiten, muss das Silo möglichst rasch befüllt werden. Wichtig sind eine gleichmäßige Silobefüllung und eine hohe Verdichtung des Siliergutes, um den Luftsauerstoff aus dem Silo zu drücken. Nicht die Ladewagen, Silierwagen oder Häcksler sondern der festfahrende Schlepper sollte die Befüllgeschwindigkeit des Silos bestimmen. Ist der Walzschlepper relativ leicht, sollte er schmal bereift sein und langsam fahren, um den Druck pro Flächeneinheit zu erhöhen und die Dauer des Druckes zu verlängern. 

In jedem Fall sollte die Dimension des Walzschleppers der Silierkette angepasst sein, um ein zügiges und reibungsloses Arbeiten zu gewährleisten und Engpässe zu vermeiden. Gerade Lohnunternehmer arbeiten heute sehr schlagkräftig und haben auch großvolumige Kipper im Maschinenpark. Ein am Walzschlepper angebrachter Siloverteiler leistet sehr gute Dienste, um den Grashaufen dünn zu verteilen. 

Das Einsilieren sollte zügig und überlegt erfolgen, Silieren über mehrerer Tage ist - wenn irgend möglich - zu vermeiden.


Die Siloabdeckung

Leute bem Abdecken eines Silos

Nach dem Festfahren muss das Silo sofort luftdicht geschlossen werden. Dazu wird das Silo mit einer geeigneten Folie abgedeckt, die ganzflächig zu belasten ist z.B. mit Reifen, Sandsäcken oder Erdreich. Beschädigungen der Folie sind zu vermeiden, um Luftzutritt zu verhindern. Bei der Wahl der Silofolie sollte auf UV-Stabilität geachtet werden. 

Bei Fahrsilos sollte eine Randfolie zwischen Silowand und Silo eingezogen werden. Die zusätzliche Verwendung einer dünnen Unterziehfolie hat sich bewährt und sollte daher Standard sein. 

Die Folien sind so anzulegen, dass Niederschlagswasser aus dem Silo abgeleitet wird. Eine Gitternetzfolie als Abdeckung zum Schutz der Folien gegen Beschädigungen durch z.B. Kleintiere rundet die perfekte Abdeckung des Silos ab.