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Chronischer Botulismus

BOTULISMUS

von Prof. Friedrich Weißbach

Die Schreckensberichte reißen nicht ab. Seit mehr als 10 Jahren gibt es eine neue Herdenerkrankung von Milchkühen. Sie verläuft schleichend und führt zu verheerenden Tierverlusten und existenziellen Nöten der Landwirte. Als meldepflichtige Tierseuche ist die Krankheit nicht anerkannt, so dass keinerlei Leistungen aus der Tierseuchenkasse gezahlt werden. Von dieser Krankheit betroffene Betriebe gibt es inzwischen in nahezu allen Regionen Deutschlands.

Der Name der Krankheit ist: „chronischer Botulismus“. An der Agrar- und Veterinär-Akademie (AVA) in Horstmar-Leer fand dazu im September 2010 ein zweitägiges und von 170 Teilnehmern besuchtes Seminar statt. Dort hat der Landwirt Heinrich Strohsahl aus Hohenaspe (Schleswig-Holstein) einen erschütternden Bericht über das „kontrollierte Verenden“ seines 450 Milchkühe plus Nachzucht zählenden Bestandes gegeben. Wenige Monate davor informierte die „Stuttgarter Zeitung“ unter der Überschrift „In Bauer Schieles Stall wartet der Tod“ über das Elend eines Betriebs in Gerpfenhausen (Baden- Württemberg), der binnen kurzem 99 Kühe und 25 Kälber verlor. Der jüngst geschilderte Fall war in der Zeitung „Freie Presse“ nachzulesen. Er betrifft die Familie Kuder aus Thoßfell (Vogtland), die binnen weniger Jahre fast 600 Tiere verlor. Die tierärztliche Behandlung der Krankheit ist schwierig und nur selten erfolgreich. Es fragt sich, was eigentlich noch geschehen muss, um daraus Schlussfolgerungen wenigstens für die Vorbeugung gegen diese Krankheit zu ziehen.

Als „klassischer“ Botulismus war lange Zeit nur die akute Vergiftung durch ein äußerst wirksames Bakteriengift bekannt, das von Bakterien der Art Clostridium botulinum...

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