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Grundlagen

Warum muß Getreide konserviert werden?

Mähdrescher

Getreide über 14% Kornfeuchte ist nicht lagerfähig und muss haltbar gemacht werden. In der Praxis hat sich mittlerweile das Konservieren mit chemischen Mitteln, z.B mit KOFA GRAIN -pH 5- , auf breiter Front durchgesetzt. Das Verfahren ist vergleichsweise kostengünstig, flexibel und bindet nur wenig Kapital.

Ohne weitere Behandlung können die Feldpilze (Fusarien), die mit der Ernte eingetragen werden, zusammen mit den Lagerpilzen den Verderb des Getreides einleiten. Sichtbar wird der Verderb an den farblich unterschiedlichen, bis fußballgroßen Schimmelbällen (Hot Spots) und bräunlichen bis gräulichen Verfärbungen am Getreide, meistens begleitet von muffigem Geruch.


Getreide

Viele Schimmelpilze, die sich in feuchtem Getreide rasch vermehren, können unter Streßsituationen gefährliche Pilzgifte bilden, die Mykotoxine. Belastetes Getreide sollte nicht verfüttert werden, denn die Tiere reagieren mit Leistungsdepressionen und Krankheiten (siehe unten).

Gute Konservierungsmittel wie KOFA GRAIN -pH 5- stabilisieren das Getreide, indem sie die Vermehrung von Pilzen und Hefen hemmen und den Verderb des Getreides stoppen. Das Futter bleibt appetitlich, nährstoffreich und hygienisch. Auch bei geringen Kornfeuchten unter 14% schwören einige Praktiker auf den vorbeugenden Einsatz von geringen Mengen an KOFA GRAIN -pH 5-.


Warum sind Mykotoxine so gefährlich?

Schimmelpilz

Mykotoxine sind komplexe und giftige Stoffwechselprodukte von Feld- und Lagerpilzen. Nicht jeder Schimmel im Getreide bildet Mykotoxine. Aber unter bestimmten Stressbedingungen kann es zu deren Bildung kommen. In der Praxis häufig zu beobachten sind chronische Vergiftungen (Toxikosen) durch geringe, aber stetig aufgenommene Mengen an Mykotoxinen.

Mykotoxine belasten den Organismus der Nutztiere; speziell die Leber als Entgiftungsorgan muss sich mit dem Abbau dieser Stoffe befassen und wird für andere Aufgaben blockiert.

Wesentliche Bedeutung haben die Fusarientoxine Deoxynivalenol (DON / Vomitoxin) und Zearalenon (ZEA) die von Feldpilzen (Fusarien) herrühren. Sie werden auch Leit-Toxine genannt. DON-belastetes Getreide kann in der Schweinemast zur Verminderung, in schlimmen Fällen sogar Verweigerung der Futteraufnahme führen. Daraus ergeben sich Leistungsdepressionen und ein schlechterer Gesundheitszustand des Tierbestands. Bei Sauen kann es zu Aborten und Milchmangel kommen. Die Fusarientoxine gelangen bereits auf dem Feld an die Ähren.

ZEA hat eine dem Hormon Östrogen ähnliche Wirkung. Bei Sauen kann es zu Scheinrauschen und verminderten Wurfgrößen mit lebensschwachen Ferkeln sowie zu vermehrtem Umrauschen kommen.

Ochratoxin wird von einem Lagerpilz gebildet. Dieses Gift führt zu allgemeinen Leistungsdepressionen; in schweren Fällen bis hin zur Tumorbildung.

Sind die Pilzgifte erst einmal gebildet worden, können Sie kaum noch unschädlich gemacht werden. Die Gifte sind gegen Säuren und Wärme leider sehr stabil. Sogenannte Mykotoxinbinder als Helfer in der Not gelten in ihrer Wirkung als wenig wirksam. Daher ist Vorbeugen durch pflanzenbauliche Maßnahmen und Haltbarmachung des Getreides angesagt.


Wie kann man zu hohen Mykotoxin-Gehalten vorbeugen?

Pflanzenbauliche Maßnahmen

Abgestorbene Pflanzenteile auf dem Acker bieten Schimmelpilzen und sonstigen Schaderregern ideale Lebensbedingungen. Das Zerkleinern von Ernteresten und anschließendes Unterpflügen dämmt die Übertragung auf Folgefrüchte wie Getreide ein. Dies gilt besonders für enge Mais-Getreide-Fruchtfolgen. 

Zu enge Pflanzenbestände fördern ebenfalls die Bildung von Feldpilzen und sind zu vermeiden. Auch die gezielte Sortenwahl wirkt sich befallsreduzierend aus. Gestresste Pflanzen sind anfälliger gegen Pilzbesatz als gesunde Bestände.


Vorbeugende Maßnahmen während der Ernte

Eine wirkungsvolle Getreidereinigung bewährt sich immer wieder, indem Fremd- und Schmachtkörner sowie Bruchkorn aussortiert werden. Auch Strohreste tragen häufig Pilzsporen an sich. Es versteht sich, dass das Korn möglichst trocken geerntet werden sollte. Kornbeschädigungen durch falsch eingestellte Technik (Mähdrescher, Kornförderung) sind unbedingt zu vermeiden, denn Risse und Brüche am Korn sind Eintrittspforten für Kornschädlinge aller Art und begünstigen den Verderb.

 


Die Lagerung des Korns 

Die sachgerechte Lagerung des Getreides ist entscheidend für Tiergesundheit und -leistung. Abgesehen von der sorgfältigen Eindosierung von Konservierungsmitteln sind folgende Hinweise zu beachten. 

Bevor das Korn eingelagert wird, ist der Lagerraum gewissenhaft zu reinigen. Der Lagerraum ist gründlich zu fegen, Ecken und Ritzen sollten mit einem kräftigen Industriesauger von Mehlresten, Schmutz und Spinnenweben befreit werden. Die Schmutzpartikel sind oftmals mit Insekten oder deren Eiern oder Larven behaftet, die später in das lagernde Korn einwandern und angreifen. Gegebenenfalls ist der Lagerraum vor der Getreideeinlagerung mit einem geeigneten Mittel (z.B. Actellic) von Insektenbefall zu befreien.

Nach der Einlagerung des Korns sollte täglich die Temperatur im Getreidestapel kontrolliert werden. Sinkt die Temperatur langsam, verlässt die Erntewärme den Getreidestapel. Sollte sich aber der Trend umkehren und die Temperatur wieder langsam steigen, lässt das auf erhöhte mikrobielle Tätigkeit schließen. Ab einer Temperatur von 40°C ist sofort zu reagieren. Das Getreide muss unverzüglich umgesetzt und nachbehandelt werden.

Getreidelager

Getreidepartien unterschiedlicher Feuchte müssen räumlich voneinander getrennt gelagert werden. Ist das nicht möglich, muss eine Plane zwischengezogen werden oder das Getreide sämtlich nach Maßgabe der feuchtesten Partie konserviert werden. Schüttkegel sind zur Vermeidung des Kamineffekts glattzuziehen.

Es hat sich bewährt, den Lagerboden mit Silolack zu streichen oder mit Siloplane zu bedecken. So werden Schimmelschichten im Korn vermieden. Die Wände sollten bei Bedarf ebenfalls mit Plane abgehangen werden um solche Probleme zu vermeiden.

Falls möglich, sollte über das Korn eine luftdurchlässige Gazematte gelegt werden. Dadurch kann das Korn atmen, die Verschmutzung durch Katzenkot u.a. wird aber reduziert. Es ist ferner darauf zu achten, dass es keinen Feuchtigkeitseintrag durch undichte Dächer usw. gibt, die punktuelle Schimmelnester hervorrufen. Alle gesagten Hinweise gelten im übrigen auch für die Einlagerung von Körnermais.


Was tun bei befallenem Getreide?

Besteht der Verdacht des Befalls von Getreide mit Mykotoxinen z.B. aufgrund eines sich verschlechternden Gesundheitszustand des Tierbestandes kann eine Untersuchung Klarheit verschaffen. Der ELISA-Test z.B kann schnell und preiswert Aufschluss geben, ob das Getreide mit DON belastet ist. Aufwendiger und genauer sind die HPLC-Verfahren, mit denen auf DON und ZEA untersucht werden kann. Anbieter dieser Test ist z.B. das LUFA-Untersuchungszentrum im Münster/Westfalen. Auch private Labore bieten diese Dienstleistungen an. 

Befallenes Getreide eignet sich nicht oder nur eingeschränkt zur Verfütterung. Ob ein Verschnitt mit unbelastetem Getreide möglich ist, hängt von der Keimbelastung und den zu fütternden Tieren ab und muß immer im Einzelfall geklärt werden.