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Mais silieren, kein Problem?

08.09.17

Silomais gehört zu den Futterpflanzen die sich sehr gut als Silage konservieren lassen. Doch in den Sommermonaten wird die Maissilage in vielen Betrieben aus futtermittelhygienischer Sicht zum Problemfutter.

Der Mais lässt sich aufgrund des leicht erreichbaren Ziel-TS-Gehaltes von 30…33%, seines ausreichend hohen Zuckergehaltes und der geringen Pufferkapazität in der Regel problemlos einsilieren. Der Anteil leicht verfügbarer Kohlenhydrate lässt die Maissilage aber auch für Schadorganismen schnell zur Angriffsfläche werden. In den warmen Monaten ist im Silostock oder in der TMR oft eine Nacherwärmung oder auch ein Wachstum von Schimmel festzustellen.

 

Was sind die Ursachen dafür?

Neben den nützlichen Milchsäurebakterien gehören zur Epiphytenflora des Maises auch die Hefen und Schimmelpilze. Beide Schadorganismengruppen überdauern im Silo. Wird das Silo geöffnet und Sauerstoff kann in das Silo eindringen, werden Hefen und Schimmelpilze wieder aktiv. Ist der Luftkontakt ausreichend lang, dann wird ihre Stoffwechselaktivität durch einen deutlichen Temperaturanstieg (bis zu 50°C) und die Schimmelbildung spürbar. Die Hefen verstoffwechseln den Zucker und die Milchsäure zu Wärme, CO2 und Wasser. Die Folgen in den betroffenen Bereichen des Silos sind ein massiver Energie- und TM-Verlust (je 15 °C Temperaturanstieg sinkt die Energiedichte jeden Tag um 0,1 MJ NEL/kg TM), ein Ansteigen des pH-Wertes in der Silage und zusätzlich ist eine sinkende Futteraufnahme zu verzeichnen. Eine nacherwärmte Maissilage beeinflusst dann die Futteraufnahme der gesamten TMR. Auch die Schimmelpilze verursachen durch den Abbau der Rohfaser einen massiven Substanzverlust. Das wird in Form der Schmierschicht direkt unter der Folie sichtbar (Bild 1). Das für Milchviehbetriebe wesentlich größere Problem verschimmelter Silagen ist die Mykotoxinbildung. Bei der Silageentnahme aus dem Silo werden oft die verschimmelten Teilbereiche übersehen. Und auch bei Entfernen der Schimmelnester ist der toxinbelastete Teil der Silage nicht entfernt. Die „Nester“, die als verfärbte Bereiche deutlich wahrnehmbar sind, sind Bereiche wo schon Sporen gebildet wurden. Dort wo die Hyphen wachsen (diese sind nicht sichtbar) werden die Toxine gebildet und abgesondert. Der Risikobereich ist also viel größer und nicht eindeutig lokalisierbar.

Bei Verfütterung solcher Silagen wächst die Gefahr verschiedener Organbelastungen, einer Immunsuppression und/oder verringerte Fruchtbarkeit sowie steigenden Zellzahlen. Am Ende bedeutet das sinkende Leistung und deutlich geringerer Erlös aus der Milch.

 

Was ist zu tun?

Hefen und Schimmelpilze sind immer die Folge von Luft im Silo. Deshalb muss alles unternommen werden, um den Lufteintritt ins Silo auf geringst möglichem Niveau zu halten. Dazu muss das Silo schnell befüllt werden. Weiterhin sehr wichtig ist die optimale Verdichtung, um das Eindringen der Luft über die Anschnittsfläche zu minimieren. Als Faustzahl gilt: Bergeleistung in t/h geteilt durch 3 ergibt das Walzgewicht. Alternativ können Sie den Addcon Compactation Calculator (siehe Anhang) nutzen.  Schließlich ist das Silo perfekt zuzudecken. Dazu gehört die Verwendung von Rand-, Unterzieh- und Silofolie. Bei der Silofolie ist auf geringen Gasdurchlässigkeitsbeiwert (siehe DLG Richtwert) zu achten. Das ordnungsgemäße Verschließen der Ränder und des Silofußes mit Silosäcken und das Anlegen von Querbarrieren gehört ebenso dazu wie der Schutz der Folie durch ein Siloschutzgitter. Ist die Verdichtung und das Zudecken in Ordnung und dennoch gibt es das Problem der Nacherwärmung, dann stimmt oft der Vorschub nicht. Im Sommer sollte er >2,5 m/Woche betragen. Ist dieser Vorschub im Betrieb nicht zu erreichen, müssen Siliermittel eingesetzt werden.

Der Einsatz homofermentativer Milchsäurebakterien (DLG- Gütezeichen 1) im Silomais verschärft das Risiko der Nacherwärmung, wenn mehr Restzucker in der Silage verbleibt und von den Schadorganismen genutzt werden kann.

Gegen Nacherwärmung und Schimmelbildung wirken Siliermittel mit DLG-Gütezeichen 2.

Mit unserem Kofasil S, vielfach wissenschaftlich nachgewiesen, kann die Nacherwärmung wirksam kontrolliert werden. Wichtig für den erfolgreichen Einsatz von Kofasil S ist eine Fermentationszeit von mindestens 6 Wochen. Das gilt für den heterofermentativen Lactobacillus buchneri allgemein. Die Milchsäurebakterien müssen sich erst vermehren und dann das gegen die Pilze wirksame Fermentationsprodukt Essigsäure bilden. Dann muss die Essigsäure den Stoffwechsel der Pilzzelle erreichen. Das alles braucht Zeit … also 6 Wochen geschlossen halten!

Sind die Probleme mit der Nacherwärmung gravierend, ist der Einsatz von Mais Kofasil liquid zu empfehlen. Dieses chemische, nicht korrosive Produkt ist mit einer höheren Wirkungssicherheit verbunden. Es wirkt sofort und enthält im Vergleich zur Essigsäure gegen Pilze wirksamere Säuren (diese sind als Salze formuliert). Gerade im oberen Bereich des Silos treten oft Probleme mit einem Schimmelband bei 20…30 cm unter der Folie auf. Biologische Siliermittel sind hier oft an der ihrer Grenze. Mais Kofasil liquid kann in solchen Fällen Abhilfe schaffen.

 

Fazit

Nacherwärmung in der Maissilage ist ein oft nicht bemerkter, großer wirtschaftlicher Verlust im landwirtschaftlichen Betrieb. Sorgfältiges Arbeiten beim Silieren (Walzarbeit, Zudecken) senkt das Risiko der Nacherwärmung. Der Einsatz von Kofasil S/Mais Kofasil liquid kann das Problem vollständig vom Hof verbannen. Die Erlössituation im Milchviehbetrieb wird durch das Unterdrücken von Nacherwärmung und Schimmelbildung deutlich verbessert.

 

 

Auswirkungen eines Temperaturanstiegs um 15 °C in einer Maissilage durch Nacherwärmung

 

 Veränderung

nur

der Energiedichte 

der Energiedichte und

der Futteraufnahme

ED (MJ NEL/kg TM)

6,6

6,5

6,6

6,5

Futteraufnahme (kg TM/T*d)

8,0

8,0

8,0

7,0

Erhaltung + Milch (L)

5,1

4,8

5,1

2,9

Milchverlust (L)

 

0,3

 

 2,2

Milchgeld 0,30 €/Liter

Verlust (€/100 Kühe*Monat)

 

270,00

 

1980,00

 Annahme: Erhaltung 36, Milch 3,3 MJ NEL

 ohne Berücksichtigung der TM-Verluste von ca. 3%

 ohne den Effekt auf die Futteraufnahme der gesamten TMR

 

 

 

 


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